Johanniskraut – die Lichtpflanze

Hypericum perforatum

Hypericum perforatum
Foto: Andreas Rockstein, flickr.com

In der dunkelsten Jahreszeit ist die rechte Zeit für das Johanniskraut gekommen.

Das Johanniskraut ist auf vielen Ebenen mit dem Begriff des Lichts verbunden. Es blüht im Hochsommer, wenn die Tage lang sind und die Nächte kurz. Um die Zeit der Sommersonnwende gesammelt soll es am heilkräftigsten sein.

Zur Zeit seiner Blüte sammelt es das Sonnenlicht in seinen weit verzweigten Blütenblättern. In seinem Farbstoff Hypericin speichert es dieses. Jetzt, in der dunkelsten Zeit des Jahres, ist es bereit, dieses gespeicherte Licht an uns abzugeben und uns damit zu erfüllen. So hilft es bei Traurigkeit, Schwermut und Trägheit.

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Engelwurz – Schutz und Vertrauen

Angelica archangelica

wild celery - Þingvellir
Fruchtstand der Erzengelwurz, Foto: Theo Crazollara, flickr.com

Schon der Name sagt so viel aus: Engelwurz oder auch Erzengelwurz. Die Legende sagt, dass ein Erzengel die Heilkräfte der Engelwurz den Menschen anvertraute, als diese in höchster Not wegen der grassierenden Pest waren. So wurde die Engelwurz zur Prophylaxe und zur Behandlung in der Pestzeit verwendet. In der Klostermedizin wurde sie zusammen mit anderen aromatischen Kräutern zu Tinkturen, Heilweinen und Likören verarbeitet. Ab dem Mittelalter in mitteleuropäischen Klostergärten kultiviert, wurde die Engelwurz als Universalmittel gegen jegliche Ansteckung angesehen.

Angstwurz ist ein weiterer Name, der früher für die Pflanze verwendet wurde und auf die psychische Wirkung der Pflanze hinweist: sie kann Ängste lösen, das Vertrauen stärken, erden, uns wieder in unsere Mitte bringen.

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Kohlkratzdistel – Schönheit auf den zweiten Blick

Cirsium oleraceum

Die Familie der Disteln ist riesig, obwohl es streng genommen in der Botanik den Begriff Disteln nicht gibt. In der Botanik zählen die Pflanzen, die wir gewöhnlich als Disteln bezeichnen, zur Unterfamilie Carduoideae und diese gehören zur Familie der Korbblütler. Auch Flockenblumen oder die große Klette zählen zu den Carduoideae. Es gibt ca 2800 verschiedene Carduoideae und alleine von den Kratzdisteln gibt es ca. 200 Arten.

Die Kohlkratzdistel oder auch einfach Kohldistel genannt ist für mich ein Beispiel für die Schönheit und die Komplexität des Unscheinbaren. Wenn man sie zuerst sieht, beachtet man sie garnicht. Sie wird zwar bis zu 1,50 m hoch, aber außer ihrer Größe hat sie optisch nicht viel zu bieten. Die Blüte ist auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär mit ihrer blass-gelbgrünen Farbe und die ganze Pflanze ist eher unauffällig.

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Gundelrebe – zart, fein und würzig

Glechomea hederacea

Die Gundelrebe, auch Gundermann genannt, war für mich eine der Entdeckungen während meiner Heilpflanzenausbildung bei Astrid Fiebich an der Freien Heilpraktikerschule in Freiburg. Viele Pflanzen kannte ich schon aus der Homöopathie. Dennoch gab es auch viele Pflanzen, an denen ich achtlos vorbeiging, da sie eben nicht als homöopathisches Mittel verwendet oder nur selten eingesetzt werden oder schlicht und einfach, weil ich sie nicht kannte.

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Gartenschaumkraut – die wilde Kresse

Cardamine hirsuta

Jedes Jahr Mitte Februar bis Anfang März taucht es in unbepflanzten Beeten, an Wegrändern und Böschungen auf und will uns mit Vitamin C und Abwehrstoffen versorgen: das Gartenschaumkraut. Es verbreitet sich schnell und wie viele andere Pflanzen kann man es gut in Schach halten, indem man es isst. So können die Blüten nicht ausreifen und Samen verbreiten.

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Der Meerettich – eine scharfe Wurzel!

Armoracia rusticana

Armoracia rusticana
Foto Andreas Rockstein, flickr.com

Mit Grauen erinnere ich mich an ein Essen aus meiner Kindheit: gekochtes Rindfleisch mit Meerrettichsoße! Rindfleisch mochte ich noch nie so wirklich (außer während meiner 2. Schwangerschaft, als ich so ungefähr jeden 2. bis 3. Tag Heißhunger auf ein Rumpsteak mit Kräuterbutter hatte!) und die bleiche dicke Soße, mit der das Fleisch zugekleistert wurde, schmeckte mir überhaupt nicht.

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Knoblauchsrauke

Alliaria petiolata

Bärlauch gehört ja inzwischen fast zum festen frühjährlichen Speisezettel, aber wer kennt die Knoblauchsrauke?

Die Knoblauchsrauke schmeckt knoblauchig-würzig wie der Bärlauch, wenn auch nicht ganz so intensiv. Da sie jedoch kein Allicin enthält, entwickelt sich nach dem Essen nicht die typische „Fahne“, die man von Lauch, Zwiebeln, Knoblauch und in leichter Form auch vom Bärlauch kennt.

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Löwenzahn – strahlend und vital

Taraxacum officinale

Kaum scheint die Sonne im Frühjahr und es wird ein bisschen wärmer, kann man schon die ersten Löwenzahnblüten sehen… die Blüte auf dem Foto hat sich am 8.Februar der Sonne entgegengestreckt.

Löwenzahnblüte im Februar: noch an den Boden geduckt, doch zur Sonne geöffnet
Foto: Anne Christoph

Bei den Heilkräutern signalisiert die gelbe Farbe oft den Bezug der Pflanze zur Leber und zur Gallenblase. So auch beim Löwenzahn.

Die Blüte erinnert selbst an eine Sonne, sie fängt die Sonnenstrahlen ein und spiegelt sie. Die Farbe Gelb wirkt fröhlich, dynamisch und aktivierend.

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Die Vogelmiere, das grüne Kraftpaket im Winter

Foto: Anne Christoph

Die Vogelmiere ist ein ganz unscheinbares Pflänzchen, das weltweit vorkommt. Das Faszinierende an ihr ist, dass sie das ganze Jahr über verfügbar ist. Sie wächst selbst im Winter unter Schnee weiter und eignet sich dadurch hervorragend, um in der kalten Jahreszeit das Essen mit frischem Grün zu bereichern. Deshalb habe ich sie ausgesucht, um sie euch vorzustellen.

Zu finden ist die Vogelmiere ( lat. Stellaria media) in Gärten, an Wald- und Wegrändern, an Rainen und auf Wiesen. Wenn man sie einmal kennt, sieht man sie überall.

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