Bryonia, die Zaunrübe

Bryonia dioica

Bryonia ist ein sehr häufig verwendetes homöopathisches Mittel, es gehört zu den Polychresten, den „vielwirksamen“ Mitteln. Polychreste haben ein weites Einsatzspektrum und können bei einer Vielzahl von Beschwerden helfen. Daher gehört Bryonia in jede homöopathische Hausapotheke.

Bekannt ist Bryonia als „Erkältungsmittel“. Vielen stillenden Müttern hat es schon bei einer Brustentzündung geholfen, bei mir in der Praxis ist es eines der Hauptmittel dafür. Gelenkbeschwerden unterschiedlicher Ursache und viele weitere Beschwerden können mit Bryonia bei entsprechender Übereinstimmung der Symptome gelindert werden.

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Mädesüß – die Königin der Wiesen

Filipendula ulmaris

Das Mädesüß ist eine wunderschöne, süß duftende Pflanze, die nicht mehr viele kennen. Ich finde sie sehr faszinierend. Und es ist spannend, wie oft man sie entdecken kann, wenn man sie erst einmal kennt. Jetzt – Ende Juni – beginnt sie gerade zu blühen.

Mädesüß enthält Salicylsäure, die fiebersenkend und entzündungshemmend wirkt und bei grippalen Infekten und rheumatischen Beschwerden helfen kann. Heute greift man dafür oft unter anderem zu synthetisch hergestellten, acetylsalicylsäurehaltigen Arzneimitteln wie z.B. Aspirin, dem bekanntesten Mittel aus diese Medikamentengruppe.

Nur wenige wissen, dass Aspirin seinen Namen dem Mädesüß verdankt. Das A bei Aspirin steht für die Acetylgruppe des Präparates. -spirin steht für Spirea oder Spierstaude, wie Mädesüß auch genannt wurde, nach seinen spiraligen Nüsschen, welche die Samen enthalten.

Mädesüß, unreife Früchte, stark vergrößert. Sehr schön sieht man die spiralige Form.
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Der Spitzwegerich und seine Geschwister

Plantago lanceolatus

Der Spitzwegerich ist eine Pflanze, die man unbedingt kennen sollte. Er ist ein wahres Wundermittel bei Verletzungen, hilft bei verschiedenen Arten von Husten und bereichert die Wildpflanzenküche mit besonderen Aromen. Der Spitzwegerich ist so weit verbreitet, dass er uns praktisch überall in Europa zur Verfügung steht und er wartet quasi nur darauf, uns helfen zu können. Gerade für Familien mit Kindern ist er ein Schatz, den Kinder z.B. bei Insektenstichen schon früh selbst nutzen können.

Die Blüte des Spitzwegerichs
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Frühlingsfreuden!

Endlich ist er da – der Frühling! Die Vögel wecken uns mit ihrem Gesang, die Tage sind merklich länger, das Neue, Frische ist nicht mehr aufzuhalten.

Jetzt ist es Zeit, unsere Sinne aufzuwecken und unserem Körper und unserer Seele etwas Gutes zu tun. Ganz einfach tun wir das mit einem Spaziergang, bei dem wir frische Kräuter sammeln. Dazu brauchst du keine großartige Ausbildung, offene Augen und genaues Hinschauen genügen! Ich stelle dir in diesem Beitrag 13 Wildkräuter vor, die auch bei dir um die Ecke oder in deinem Garten wachsen und die du beim nächsten Spaziergang einfach mit nach Hause nehmen kannst.

Also, schnapp dir einen kleinen Korb oder eine Tasche und los geht’s! Ich wünsche dir viel Freude dabei!

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Das Gänseblümchen – Resilienz

Bellis perennis

Bellis perennis
Gänseblümchen, Bellis perennis, Foto Andreas Rockstein, flickr.com

Das Gänseblümchen – wer kennt es nicht? Es ist weit verbreitet und öffnet seine strahlenden kleinen Blüten, wenn die Sonne scheint. Fast das ganze Jahr über begleitet es uns. Symbolisch kann das Gänseblümchen für Resilienz stehen – immer wieder richtet es sich auf, wenn es getreten wurde. Es wirkt unscheinbar und doch steckt eine große Kraft in ihm, die es uns Menschen vermitteln kann. Es wird als Freundin der Kinder bezeichnet und kann verletzte Kinderseelen heilen, auch wenn diese verletzten Kinderseelen in erwachsenen Körpern stecken. Besonders Menschen, die immer wieder aufstehen nach Verletzungen, die nicht aufgeben, kann es Trost und Linderung bringen. Auch bei Folgen von sexueller Gewalt kann das Gänseblümchen unterstützend in Frage kommen.

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Johanniskraut – die Lichtpflanze

Hypericum perforatum

Hypericum perforatum
Foto: Andreas Rockstein, flickr.com

In der dunkelsten Jahreszeit ist die rechte Zeit für das Johanniskraut gekommen.

Das Johanniskraut ist auf vielen Ebenen mit dem Begriff des Lichts verbunden. Es blüht im Hochsommer, wenn die Tage lang sind und die Nächte kurz. Um die Zeit der Sommersonnwende gesammelt soll es am heilkräftigsten sein.

Zur Zeit seiner Blüte sammelt es das Sonnenlicht in seinen weit verzweigten Blütenblättern. In seinem Farbstoff Hypericin speichert es dieses. Jetzt, in der dunkelsten Zeit des Jahres, ist es bereit, dieses gespeicherte Licht an uns abzugeben und uns damit zu erfüllen. So hilft es bei Traurigkeit, Schwermut und Trägheit.

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Engelwurz – Schutz und Vertrauen

Angelica archangelica

wild celery - Þingvellir
Fruchtstand der Erzengelwurz, Foto: Theo Crazollara, flickr.com

Schon der Name sagt so viel aus: Engelwurz oder auch Erzengelwurz. Die Legende sagt, dass ein Erzengel die Heilkräfte der Engelwurz den Menschen anvertraute, als diese in höchster Not wegen der grassierenden Pest waren. So wurde die Engelwurz zur Prophylaxe und zur Behandlung in der Pestzeit verwendet. In der Klostermedizin wurde sie zusammen mit anderen aromatischen Kräutern zu Tinkturen, Heilweinen und Likören verarbeitet. Ab dem Mittelalter in mitteleuropäischen Klostergärten kultiviert, wurde die Engelwurz als Universalmittel gegen jegliche Ansteckung angesehen.

Angstwurz ist ein weiterer Name, der früher für die Pflanze verwendet wurde und auf die psychische Wirkung der Pflanze hinweist: sie kann Ängste lösen, das Vertrauen stärken, erden, uns wieder in unsere Mitte bringen.

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Kohlkratzdistel – Schönheit auf den zweiten Blick

Cirsium oleraceum

Die Familie der Disteln ist riesig, obwohl es streng genommen in der Botanik den Begriff Disteln nicht gibt. In der Botanik zählen die Pflanzen, die wir gewöhnlich als Disteln bezeichnen, zur Unterfamilie Carduoideae und diese gehören zur Familie der Korbblütler. Auch Flockenblumen oder die große Klette zählen zu den Carduoideae. Es gibt ca 2800 verschiedene Carduoideae und alleine von den Kratzdisteln gibt es ca. 200 Arten.

Die Kohlkratzdistel oder auch einfach Kohldistel genannt ist für mich ein Beispiel für die Schönheit und die Komplexität des Unscheinbaren. Wenn man sie zuerst sieht, beachtet man sie garnicht. Sie wird zwar bis zu 1,50 m hoch, aber außer ihrer Größe hat sie optisch nicht viel zu bieten. Die Blüte ist auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär mit ihrer blass-gelbgrünen Farbe und die ganze Pflanze ist eher unauffällig.

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Gundelrebe – zart, fein und würzig

Glechomea hederacea

Die Gundelrebe, auch Gundermann genannt, war für mich eine der Entdeckungen während meiner Heilpflanzenausbildung bei Astrid Fiebich an der Freien Heilpraktikerschule in Freiburg. Viele Pflanzen kannte ich schon aus der Homöopathie. Dennoch gab es auch viele Pflanzen, an denen ich achtlos vorbeiging, da sie eben nicht als homöopathisches Mittel verwendet oder nur selten eingesetzt werden oder schlicht und einfach, weil ich sie nicht kannte.

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Gartenschaumkraut – die wilde Kresse

Cardamine hirsuta

Jedes Jahr Mitte Februar bis Anfang März taucht es in unbepflanzten Beeten, an Wegrändern und Böschungen auf und will uns mit Vitamin C und Abwehrstoffen versorgen: das Gartenschaumkraut. Es verbreitet sich schnell und wie viele andere Pflanzen kann man es gut in Schach halten, indem man es isst. So können die Blüten nicht ausreifen und Samen verbreiten.

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